Freilaufzylinder
Freilaufzylinder
Beim Freilaufzylinder lässt sich die Schließnase frei drehen. Erst wenn der Schlüssel steckt, kuppelt die Schließnase ein. Diese Spezialform findet Verwendung in motorgetriebenen Schlössern (Türverriegelungen), bei denen ein Standardzylinder die Schließung blockieren würde. Mehrpunktverrieglungen mit Panik-Funktion erfordern häufig diese Zylinder mit 360° Freilauf, da sich bei der Drückerbetätigung das Zahnrad, welches die Schließnase umfasst, frei drehen lassen muss.
Hier finden Sie unsere speziellen Freilaufzylinder, die Sie selbstverständlich mit "normalen" Zylinder der selben Serie zu einer Gleichschließung (alle Schlüssel schließen alle Zylinder) zusammen fügen können.
Freilaufzylinder: Schlüssel darf innen stecken bleiben – ohne Außensperre
Ein Freilaufzylinder – oft auch Panikzylinder oder Zylinder mit Freilauffunktion genannt – löst ein Problem, das jeder kennt: Bei einem normalen Doppelzylinder blockiert ein innen steckender Schlüssel das Aufsperren von außen. Im Alltag lästig, im Notfall lebensgefährlich. Der Freilaufzylinder kuppelt die beiden Seiten mechanisch aus: Wer außen aufsperren will, kann das jederzeit – egal ob innen ein Schlüssel steckt oder nicht. Damit ist der Freilaufzylinder Pflicht an allen Panik-Fluchttüren, in Schulen, Kindergärten, Pflegeeinrichtungen und überall dort, wo im Notfall Sekunden zählen.
Freilaufzylinder oder N+G-Zylinder – was ist der Unterschied?
Das wird häufig verwechselt:
- Zylinder mit Not- & Gefahrenfunktion (N+G): Der Innenschlüssel wird ausgeworfen, sobald außen mit einem anderen Schlüssel gesteckt und gedreht wird. Der Schlüssel ist dann unbrauchbar und fällt heraus. OK für Wohnungstüren, aber nicht für Fluchtwege mit Panikfunktion geeignet.
- Freilaufzylinder: Beide Seiten arbeiten unabhängig voneinander. Der Innenschlüssel bleibt drin und funktionsfähig, der Außenschlüssel kann trotzdem uneingeschränkt aufsperren. Die einzige korrekte Lösung für Panikfluchttüren nach DIN EN 179 / 1125.
Freilaufzylinder aus unserem Sortiment
DOM IX HT mit Freilauf
DOM-Klassiker mit Freilauffunktion. Kompatibel mit bestehenden DOM IX HT-Schließanlagen. VdS-BZ+ zertifiziert.
DOM TwinStar Freilauf
Mit Reversier-Schlüssel, ideal für Objekte mit vielen Nutzern. Werkprofilschutz, Zieh- und Aufbohrschutz.
BKS Janus 46 Freilauf
Chrom-Nickel-Stahl-Ausführung, korrosionsbeständig. Für Außenbereich und feuchte Umgebungen (Kellertüren, Außenzugänge).
BKS Livius Freilauf
BKS-Premium mit Freilauf. Höchste Profilsicherheit, ideal für Wohn- und Bürogebäude.
KESO 4000 Freilauf Chr-Ni
KESO-Qualität mit Stahl-Außenring und Ziehschutz. Chrom-Nickel für aggressive Umgebungen.
Wo müssen Freilaufzylinder eingebaut werden?
In Deutschland verlangt die Arbeitsstättenrichtlinie ASR A2.3 an Fluchtwegen Türsicherungen, die ohne Werkzeug und ohne Spezialkenntnisse von innen zu öffnen sind. In Verbindung mit einer Panikfunktion (Panikstange nach DIN EN 1125 oder Panikgriff nach DIN EN 179) ist ein Freilaufzylinder daher Pflicht an:
- Fluchttüren in gewerblich genutzten Gebäuden
- Notausgängen in Versammlungsstätten (Schulen, Kinos, Sporthallen)
- Brandschutz- und Rauchschutztüren mit Paniksfunktion
- Pflegeheimen und Einrichtungen der Kinderbetreuung
In Privathaushalten ist ein Freilaufzylinder nicht vorgeschrieben, wir empfehlen ihn aber grundsätzlich für den Hauseingang – das Problem „Schlüssel steckt innen, niemand kommt rein" gehört damit der Vergangenheit an.
Häufige Fragen zum Freilaufzylinder
Was ist der Unterschied zwischen Freilaufzylinder und Panikzylinder?
Im Handel werden beide Begriffe synonym verwendet. Technisch meint beides das Gleiche: Ein Doppelzylinder, dessen beide Seiten unabhängig voneinander arbeiten. Der Begriff „Panikzylinder" wird häufiger in Kombination mit Panikbeschlägen nach DIN EN 179 / 1125 verwendet; „Freilaufzylinder" ist die hersteller-neutrale Bezeichnung.
Kann ich einen normalen Zylinder durch einen Freilaufzylinder ersetzen?
Ja. Freilaufzylinder sind Euro-Profil-Doppelzylinder und ersetzen 1:1 jeden Standard-Doppelzylinder gleicher Länge. Achten Sie auf die richtige Außen/Innen-Maßangabe (z. B. 30/30 mm ab Stulpschraube). Bei Panik-Fluchttüren muss die Tür-Drückergarnitur zum Freilaufzylinder passen – nach DIN EN 1303, Kategorie 3 oder 4.
Kann ich einen Freilaufzylinder in eine Schließanlage integrieren?
Ja, alle hier angebotenen Freilaufzylinder (DOM IX HT, TwinStar, BKS Janus 46, Livius, KESO 4000) sind in die jeweiligen Schließanlagen der Hersteller einbinbar. Das heißt: Eine Haustür mit Freilaufzylinder lässt sich mit demselben Schlüssel bedienen wie alle anderen Türen der Anlage. Wir projektieren Ihre Schließanlage inkl. Freilaufzylinder gerne individuell.
Ist ein Freilaufzylinder weniger einbruchsicher?
Nein. Moderne Freilaufzylinder erreichen die gleichen Sicherheitsstufen wie Standardzylinder – bis VdS-BZ+ und SKG★★★. Der Freilauf-Mechanismus befindet sich im Inneren des Zylinders und wirkt sich nicht auf Aufbohrschutz, Ziehschutz oder Picking-Resistenz aus. Wichtig ist nur, dass der Zylinder außen nicht über den Beschlag hinausragt (max. 3 mm).
Beratung zu Freilauf- und Panikzylindern:
Telefon 07031 / 2094928 · E-Mail info@schloss-profi.com
Ob Einzelzylinder oder Panik-Fluchtweg-Projekt: Wir beraten Sie zu Zylinder-Typ, Länge, Normen (DIN EN 179 / 1125) und der passenden Schließanlage.